RODRÍGUEZ CARBALLEIRA, HILDEGART

spanische Philosophin, *1914 in Madrid, †9. Juni 1933
R. war ein hochbegabtes Kind, das von seiner Mutter gefördert wurde. Sie lernte gleichzeitig Spanisch, Französisch, Englisch und Deutsch und begann mit dreizehn Jahren das Jurastudium.
1929 trat sie der Gewerkschaft Unión General de Trabajadores (UGT) bei und veröffentlichte die ersten Artikel in den Zeitungen El Socialista, La Libertad und La Tierra. 1932 beendete sie ihr Jurastudium und begann Medizin zu studieren. Sie hielt Vorträge über die sexuelle Befreiung der Frau und über die Gleichberechtigung der Geschlechter.
Ihre theoretische Arbeiten behandeln hauptsächlich zwei Probleme: die Politik und die Sexualität. In der Politik engagierte sich R. vor allem für die sozialistischen Ideen.
In bezug auf die Sexualität verstand sich R. als ‘Eugenistin’. Das Hauptpostulat dieser Strömung besteht in der Bildung der unteren Schichten, die ihnen einen freien Gebrauch ihrer Körper und Leben ermöglichen soll. R. betont die Notwendigkeit, die Mutterschaft zu einer freiwilligen und bewußten Wahl zu machen und nicht zu einem von äußerlichen Umständen erzwungenen Schicksal. Die sexuelle Revolution definiert sie als die letzte Etappe der wissenschaftlichen Revolution und verteidigt die menschliche Freiheit, sich unabhängig von Traditionen, Tabus und Vorurteilen selbst zu verwirklichen.
R. wurde 19-jährig von ihrer Mutter ermordet.

Werk: La rebeldía sexual de la mujer, 1977; El problema sexual tratado por una mujer española, 1977; Paternidad voluntaria, 1978/1985; Venus ante el derecho, 1932; ¿Se equivocó Marx?, 1932.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

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