LIST, ELISABETH

österreichische, feministische Philosophin, *1946
L. war als habilitierte Philosophin bereits an Universitäten in Norwegen und Deutschland tätig. Heute arbeitet sie als Assistenzprofessorin und Dozentin am Institut für Philosophie an der Universität Graz.
Ihre Hauptarbeitsgebiete sind die Philosophie der Geistes- und Sozialwissenschaften, Sozialphilosophie und soziologische Theorie, feministische Theorie, Wissenssoziologie, Erkenntnistheorie in interdisziplinärer Sicht.
Auch die Frage nach der Struktur und der Funktion der Wissenschaften bildet ein Leitthema der philosophischen Arbeiten L.s. Wie viele andere Philosophinnen stellt auch L. fest, daß im Diskurs über das Menschliche das Männliche das Attribut ‘Norm’ und das Menschlich-Geistige erhält. Währenddessen wird das Weibliche als das Abweichende und als Verkörperung des Kreatürlich-Leiblichen definiert. Dadurch entstehen kulturelle Zuschreibungen, die zur weit verbreiteten Ansicht führen, daß Männer objektiver und geeigneter seien für die wissenschaftliche Arbeit als Frauen.
Anstelle eines dogmatischen Objektivismus' vertritt L. die Idee einer reifen, kreativen Wissenschaft, in der Subjektivität und Personalität als Fundament der wissenschaftlichen Arbeit akzeptiert werden.

Werk: Verstehen und Erfahrungswissenschaft, Diss. Graz, 1971; (Hg.in) Armut in Österreich, 1977; Alltagsrationalität und soziologischer Diskurs. Erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Implikationen der Ethnomethodologie, 1983; Über Frauenleben, Männerwelt und Wissenschaft, (hg. mit G. Pauritsch/B. Frakele), 1987; Kinder machen. Strategien der Kontrolle weiblicher Fruchtbarkeit (hg. mit G. Pauritsch/B. Frakele), 1988; Alfred Schütz. Neue Beiträge zur Rezeption seines Werkes (hg. mit I. Srubar), 1988; Denkverhältnisse. Feminismus und Kritik (hg. mit H. Pauer-Studer), 1989; Die Präsenz des Anderen. Theorie und Geschlechterpolitik, 1993.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

Zurück zu L                                                                                 Weiter