LEPORIN ERXLEBEN, DOROTHEA CHRISTIANA

deutsche Ärztin und Philosophin, *13. November 1715, 13. Juni 1762
L. war die erste Frau, die zur Doctrix medicinae an der Universität Halle promovierte. Ihr Vater hatte sie in Philosophie und Medizin unterrichtet. Sie arbeitete als Ärztin und schrieb außer ihrer Dissertation noch das philosophische Werk: Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studiren abhalten (1742).
L.s Werk ist vom Geist der Aufklärung geprägt. Zunächst verteidigt sie die Gelehrsamkeit überhaupt. Sie kritisiert, daß so ein kostbarer Schatz verachtet werde. Das geschieht, solange die Frauen davon ausgeschlossen sind, obwohl die Vernunft bei allen Menschen gleich sei. L. beweist ausführlich und mit Hilfe ihrer streng logischen Argumentationsweise, daß der Verstand allen Menschen gemeinsam ist. Sie bedient sich der Lehre von der Gottebenbildlichkeit beider Geschlechter.
Da die Gelehrsamkeit für L. eine allgemein nützliche und notwendige Sache ist, lehnt sie die Bemühungen, die Frauen von den Studien auszuschließen, ab. Und zwar von zwei Seiten aus: von der Seite der Gelehrsamkeit und von der des weiblichen Geschlechts.

Werk: Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studiren abhalten, 1742, Neudruck mit einem Nachwort von Gerda Rechenberg, 1987; verstümmelt nachgedruckt unter dem Titel Vernünftige Gedanken vom Studieren des schönen Geschlechts, 1749; Quod nimis cito ac jucunde curare saepius fiat caussa tutae curationis, 1754; von ihr selbst vermehrt ins Deutsche übersetzt unter dem Titel: Abhandlung von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsicheren Heilung der Krankheiten, 1755.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon

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