BREITLING, GISELA

deutsche Malerin, Kunsttheoretikerin und Essayistin, *1939 in Berlin
B. hatte seit 1965 zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen in Deutschland und im Ausland. Sie ist eine der bedeutendsten Theoretikerinnen zu Fragen der künstlerischen Identität, der männlichen Ästhetik und des Geschlechterverhältnisses. B. problematisiert damit auch ihre Lebenssituation, nämlich im patriarchalen System Frau und Künstlerin zu sein. Denn Genius, Kunst, Qualität und Ästhetik überhaupt sind nicht geschlechtsneutral, sondern von Männlichkeit geprägt. Kultur versteht B. als Männerbund, in dem sich die Männlichkeit aus der ‘Minderwertigkeit des Weiblichen’ konstituiert. Ausgehend von ihren Kenntnissen und Erfahrungen als Malerin stellt sie fest: „der Mensch kann gar nichts anderes als sich selbst entwerfen“. Deshalb müssen Frauen ihr eigenes weibliches Verständnis von Kunst entwickeln.

Werk: Die Spuren des Schiffs in den Wellen. Eine autobiographische Suche nach den Frauen in der Kunstgeschichte, 1980/1986; Der verborgene Eros. Weiblichkeit und Männlichkeit im Zerrspiegel der Künste, 1991; Zur Rede gestellt und zur Sprache gebracht, hg.v. E. Quistorp, 1992.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon 

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