BIRGITTA VON SCHWEDEN

skandinavische Mystikerin, *1302 bei Stockholm, 1373
B. war Hofmeisterin am schwedischen Königshof, wo sie gegen die unmoralischen Zustände protestierte. Auch in politische Diskussionen mischte sie sich ein, als sie den König vor dem Eroberungskrieg gegen Rußland warnte. Papst Clemens VI., der sich damals in Avignon aufhielt, hat sie in einem Brief aufgefordert nach Rom zurückzukehren.
Als Witwe ging B. ins Zisterzienserkloster Alvastra, wo sie ihre wichtigsten Visionen hatte. In einer wurde sie von Maria beauftragt, einen neuen Orden zu gründen; so entstand das Erlöserkloster. Neu war dort, daß Männer- und Frauenkloster unter der Führung einer Äbtissin lebten.
In ihren Schriften betont B. die intellektuelle Funktion Marias. Sie ist ein göttliches Wesen, das schon vor der Schöpfung existierte. In sich vereinigt sie die vier Urelemente, aus denen die Schöpfung hervorgehen sollte. Damit übersteigt B. das Frauenbild des Mittelalters und besonders das Frauenbild der damaligen kirchlichen Tradition.

Werk: Leben und Offenbarungen der heiligen Birgitta, hg.v. L. Clarus, 1888ff; Revelationes Extravagantes, hg.v. L. Hollman, 1956; Revelationes S. Birgittae, hg.v. E. Wess. Corpus Codicum Suecicorum Medii Aevi, Auspicis Regis Sueciae Gustavi Adolphi, Vol. XIII, 1952; Die Offenbarungen der heiligen Birgitta, hg.v. Sven Stolpe, 1961; Offenbarungen an die Heilige Birgitta von Schweden, hg.v. E. Schmöger, 1982.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon,  Die Welt der Philosophin I

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