BESANT, ANNIE

englische Theosophin und politische Aktivistin, *1847 in London, 1933 in Adyar, Madras (jetzt Tamil Nadu, Indien)
B. bekannte sich zum freigeistlichen Denken. Sie war Mitherausgeberin des National Reformer, 1874 wurde sie zur Vizepräsidentin der National Secular Society gewählt. Im selben Jahr erschien ihr Buch The Gospel of Atheism. Später wurde sie zu einer aktiven sozialistischen Kämpferin. 1885 schloß sie sich der Fabian Party an; durch den Einfluß von Helena Blavatska wurde B. zur Theosophie bekehrt. 1907 wurde sie Präsidentin der Theosophical Society. Die Lehren dieser Gesellschaft stammen aus der esoterischen Ost-West-Philosophie und übernatürlichen Meistern der Weisheit. Sie betonen den Dienst an der Menschheit im Rahmen eines spirituellen Evolutionismus. B. verfaßte zahlreiche Bücher und Artikel über ihr theosophisches Gedankengut. Sie gelten auch heute noch als die besten Darstellungen der theosophischen Lehre.
In Indien engagierte sich B. politisch, gründete das Hindu College in Benares und übersetzte die Bhavagad Gita. Sie wurde Herausgeberin der Zeitung New India in Madras. Darüberhinaus gründete und leitete sie die Home Rule India League (1916). 1917 wurde B. zur Präsidentin des Indian National Congress gewählt, sie übte dieses Amt bis 1923 aus.

Werk: An Autobiography, 1893; Die Aufgabe der theosophischen Gesellschaft, 1909; Die Aufgabe der Politik im Leben der Völker, 1909; Das Geheimnis der Entwicklung, 1909; Die Hüter der Menschheit, 1909; Hâtha-Yoga und Râja-Yoga oder geistige Entwicklung nach altindischer Methode, 1909; Die Gesetze des höheren Lebens, 1909.

Weiterführende Literatur:  Philosophinnen-Lexikon 

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