Lexikon

Zeittafel


Themen







Philosophin des Monats November

Laura Cereta

Die Renaissance war die Zeit der Philosophinnen. Sie wurden als Wunderkinder vorgezeigt und hofiert, doch mit der Heirat musste der Bildungsdrang enden.

Laura Cereta, die am 30. November 1499 starb, ist hier die Ausnahme. Nach Beendigung der Hausarbeit setzte sie ihre Studien fort, pflegte Briefwechsel mit Philosophinnen und Philosophen ihrer Zeit. Wie im Humanismus üblich war ihr Thema die Moralphilosophie. Doch Cereta war auch eine frühe Verfechterin der Frauenrechte und der Frauenbildung. Es hat fast 500 Jahre gedauert, ihre Forderungen durchzusetzen.

Die Renaissance war die Zeit der Philosophinnen. Sie wurden als Wunderkinder vorgezeigt und hofiert, doch mit der Heirat musste der Bildungsdrang enden.

Laura Cereta, die am 30. November 1499 starb, ist hier die Ausnahme. Nach Beendigung der Hausarbeit setzte sie ihre Studien fort, pflegte Briefwechsel mit Philosophinnen und Philosophen ihrer Zeit. Wie im Humanismus üblich war ihr Thema die Moralphilosophie. Doch Cereta war auch eine frühe Verfechterin der Frauenrechte und der Frauenbildung. Es hat fast 500 Jahre gedauert, ihre Forderungen durchzusetzen.

Auszug aus: Die andere Philosophiegeschichte, ein-FACH-Verlag, Aachen 2007

Aufgeklärter als viele ihrer Zeitgenossen vertritt Cereta nicht nur die Auffassung, dass Frauen die gleichen intellektuellen Fähigkeiten wie Männer haben, sondern auch das gleiche Recht, diese auszubilden. Sie sieht Gelehrsamkeit als rechtmäßigen Besitz der Frauen an, der über Generationen tradiert wurde. Die Einmaligkeit ihres eigenen Intellekts widerlegt sie mit einer Auflistung berühmter gelehrter Frauen: die Königin von Saba (Prophetin), die Sibyllen Amalthea und Eriphila, die Erfinderin der Schrift Nicostrata, die Geschichtsschreiberin Zenobia, die Orakelleserin Manto, die Sophistinnen Philiasia und Lasthenia, die Lyrikerinnen Sappho, Leontion, Proba, Cornificia, die Gelehrten Tulliola, Terentia, Cornelia, und ihre Zeitgenossinnen, Isotta Nogarola und Cassandra Fedele.
Nach ihrer Meinung hängt es nur von der Wahl der jeweiligen Frau ab, ob sie ihre intellektuellen Gaben annehmen und pflegen will oder nicht. Bildungsfähigkeit sei somit keine besondere Begabung der Männer. Die geringere Zahl gelehrter Frauen gegenüber der der Männer erklärt sie damit, dass sich Frauen häufiger gegen Bildung und für ein Leben in Äußerlichkeiten entscheiden würden. Ursache dafür sei die Erziehung. Das Interesse der Frau werde von klein an auf materielle Dinge gelenkt. Wissen erlange man jedoch nur durch ein intensives Studium.
In einer äußerst aggressiven Schmähschrift an Lucilia Vernacula, das bedeutet gemeiner Sklave, greift Cereta die ungebildeten Frauen an. Diese würden ein Leben im Luxus dem intellektuellen vorziehen. Schönheit sieht sie als übertriebene Dekoration und nicht als Tugend. Frauen, die sich von Mode und Luxus abhängig machen, wirft sie vor, die Ausübung der Tugenden zu vernachlässigen. Diese Gegenüberstellung von Keuschheit und Schönheit ist auch bezeichnend für das humanistische Denken.
Ceretas besondere Kritik erfahren diejenigen Frauen, die gelehrte Frauen heruntersetzen oder lächerlich machen und so ihnen und ihrem eigenen Geschlecht mehr schaden als es die Männer tun. Diese Frauen verunglimpfen nicht nur sich selbst, sondern ihr ganzes Geschlecht. Cereta rät den Frauen, sich selbst zu befreien, indem sie ihr Leben durch das Studium verbessern, denn im Lernen sei die Frau dem Mann nicht mehr untergeordnet, sondern gleichberechtigt.




Philosophie

weiter lesen






ein-FACH-verlag

www.ein-fach-verlag.de





Kontakt

Impressum

Datenschutz nach DSGVO