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Philosophin des Monats Mai

       Agnes Heller

Demokratie und Sozialismus, zwei Begriffe, die meist für unvereinbar gehalten werden. Bei der zeitgenössischen Philosophin Agnes Heller ziehen sich diese beiden Begriffe durch das gesamte Werk. Und für Heller sind sie nicht nur kompatibel, sie sollten sogar Bedingung jedes politischen Handelns sein. Beide müssen in einem Gleichgewicht stehen. Heller sieht darin ein Rezept für die Gestaltung einer ausgewogenen Gesellschaft.

Die kapitalistische Konsumgesellschaft ist zu einseitig. Ihr macht Heller den Vorwurf, nur noch quantitative Bedürfnisse, nach Reichtum, Macht und Image zu erfüllen. Die momentane Wirtschaftskrise zeigt die Aktualität dieser Kritik. Denn solche Bedürfnisse sind maßlos und stehen gegen die Notwendigkeiten der Gemeinschaft.

Hellers Lösung liegt in der Beachtung der qualitativen Bedürfnisse. Sie verlangen nach Wohlbefinden, Anerkennung und sinnvoller Arbeit. Und diese Bedürfnisse können befriedigt werden, denn sie orientieren sich an der Lebensqualität. Hierzu gehören aber auch radikale Bedürfnisse wie Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit. Sie konstituieren Menschsein und Menschenwürde.

Scheinbare Gegensätze zu vereinbaren, zieht sich wie ein roter Faden durch Hellers Werk. Gefühl und Vernunft gehören für sie genauso untrennbar zusammen, wie Politik und Ethik. Ethische Regeln sind für eine Gemeinschaft der wichtigste Zusammenhalt Sie vereinen sich mit der Politik im Subjekt und seinen Pflichten. Pflicht ist für Heller eine subjektive Größe, nicht weil sie wilkürlich sind, sondern weil sie in Verbindung mit subjektiven Gefühlen steht. Denken und Fühlen stehen in einem Wechselverhältnis. Verbunden mit der Vernunft entsteht nach Hellers Theorie der Gefühle eine höhere Form der Emotion.

 

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