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Philosophin des Monats Mai


Maria Gaetana Agnesi

agnesiAuf eine Stufe mit Mathematikern wie Lagrange, Laplace, Bernoulli
und Euler
wird die italienische Mathematikerin Maria Agnesi (*1718, †1799) inzwischen gestellt. Schon mit 9 Jahren galt sie als Wunderkind, beherrschte mehrere Sprachen und nahm an den gelehrten Diskussionen im Elternhaus teil. Bereits zu ihren Lebzeiten hatte man an der Academie des Sciènces eine hohe Meinung von ihr, auch wenn man sie nie zum Mitglied machte. 1750 wurde sie sogar zur Professorin für Mathematik an der Universität Bologna ernannt
.

Agnesis philosophisches und naturwissenschaftliches Hauptwerk sind die Propositiones philosophicae. Die aus 191 Thesen bestehende Programmschrift enthält einen erkenntnistheoretischen und einen naturphilosophischen Teil. Darin reflektiert sie mit dem erkenntnistheoretischen Begründungsanspruch der Naturwissenschaften auf die Philosophie. Agnesi verbindet dazu die newtonsche Physik mit der Metaphysik Malebranches. Ganz im Sinne der Aufklärung sieht sie Gott als unmittelbare Ursache allen Naturgeschehens. Damit verzichtet sie auf eine rationale Fundierung der Physik.

Indem Agnesi auch die Naturgesetze vom Willen Gottes abhängig macht, gewinnt die Erfahrung im Erkenntnisprozess an Bedeutung, bis sie zuletzt als einziger ausschlaggebender Faktor angesehen wird. Die Vernunft bezieht ihren Stellenwert gegenüber der Erfahrung aus der Bedeutung, die sie der Mathematik 
als Wissenschaftsideal einräumt.

Auch Agnesis mathematisches Hauptwerk, ihr Lehrbuch der Analysis des Endlichen und Unendlichen hat sie berühmt gemacht. Dieser mathematische Teilbereich hatte im 18. Jahrhundert immense Bedeutung für den Fortschritt der exakten Wissenschaften. Sie entwickelte neue Definitionen verschiedener Kurven, die sie zum ersten mal mit Hilfe des Infinitesimalkalküls untersuchte und grafisch mit der von ihr entwickelten Versiera darstellte.

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